Darstellung von Saraswati
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Hinduistische · Göttin

Saraswati

Im Rigveda ein Fluss, der mit seinen Wellen die Hügel durchbricht; in späterer Überlieferung die Göttin von Sprache, Weisheit und Laute.

Reittier
Hamsa — der Schwan
Symbole
die Vina, der Schwan, der Lotos, das Palmblattmanuskript

Sie, die die Hügel durchbricht

Im Rigveda ist Saraswati vor allem ein Fluss — eine der wenigen vedischen Gottheiten, deren Hymnen sie handelnd zeigen, statt sie nur herrschen oder Lob empfangen zu lassen. Hymne 6.61 preist sie als eine physische Kraft in Bewegung: Wasser, das Stein durchbricht.

इयं शुष्मेभिर्बिसखा इवारुजत्सानु गिरीणां तविषेभिरूर्मिभिः । पारावतघ्नीमवसे सुवृक्तिभिः सरस्वतीमा विवासेम धीतिभिः ॥२॥

„Sie hat mit ihrer Macht, wie eine, die nach Lotusstängeln gräbt, mit ihren starken Wogen die Grate der Hügel durchbrochen. Lasst uns sie mit Liedern und heiligen Hymnen um Hilfe rufen, Saraswati, die die Paravatas erschlägt“ — Rigveda 6.61.2; engl. Übers. Ralph T. H. Griffith

Eine andere Hymne, 2.41, geht noch weiter und nennt sie geradeheraus die beste der Flüsse, der Mütter und der Göttinnen — jene Zeile, für die man sich heute am ehesten an sie erinnert, obwohl sie zu jener Hymne gehört und nicht zu dieser. Was ihr keine der beiden Hymnen gibt, ist ein Körper. Die Saraswati des Rigveda trägt kein Gewand, keinen Schmuck, kein Objekt in der Hand; sie ist Strömung, Flut und Woge, ein Name, der einem wirklichen, benannten Gewässer des Nordwestens gegeben wurde — noch keine Gestalt, die ein Bildhauer hätte formen können.

Vac und Saraswati: zwei Göttinnen, ein Name

Das Rigveda kennt daneben eine eigenständige Göttin der Sprache: Vac, die sich in ihrer eigenen Hymne als jene Macht erklärt, die die Götter trägt, das Opfer aufrechterhält und durch den Mund der Dichter spricht. Vac und Saraswati beginnen als getrennte Gestalten — nichts in den Hymnen an den Fluss spricht von Beredsamkeit, von Äußerung oder von der Macht des gesprochenen Wortes, und nichts in der Hymne an Vac nennt sie einen Fluss. Am nächsten kommt das Rigveda einer Verbindung beider in einem weiteren Vers an Saraswati, der sie als Hüterin heiligen Denkens bezeichnet — Gebet und Hymne bewahrt, nicht die Sprache selbst zur Person geworden. Erst in den Brahmanas und den späteren Puranas geht Vacs Identität in die Saraswatis über, und diese Verschmelzung hält: Es ist die verschmolzene Göttin, Herrin zugleich über Fluss und Wort, die die spätere hinduistische Überlieferung als Schutzherrin des Wissens verehrt.

Gemahlin Brahmas, Göttin des Wissens

Jene spätere Göttin gleicht dem Fluss des Rigveda in nichts mehr. Die puranische und klassische Überlieferung kleidet sie in ein weißes oder blassgoldenes Gewand, setzt sie auf einen Lotos und gibt ihr eine Vina, die an ihrer Schulter ruht, eine Gebetskette und ein Palmblattmanuskript, das für das vedische Wissen steht, dem sie nun vorsteht; ein weißer Hamsa, Schwan oder Gans, trägt sie oder wartet an ihrer Seite. Sie wird als Gemahlin Brahmas, des Schöpfers, genannt, mit dem sie Reittier und Verbindung zu den Veden teilt — eine Paarung, die der eigene Eintrag dieses Projekts zu Brahma bereits festhält. Nichts davon gehört dem Rigveda an; es ist die Bildwelt, die spätere Jahrhunderte um einen Namen errichteten, der einst nur Fluss bedeutete.

Namen durch die Überlieferungen hindurch

Als sich die Verehrung Saraswatis über den Subkontinent hinaus ausbreitete, trug die buddhistische Überlieferung sie nach Osten und gab ihr auf dem Weg neue Namen. In Japan wurde sie zu Benzaiten, Göttin der Musik, der Beredsamkeit und des Glücks; im chinesisch-buddhistischen Gebrauch ist ihr Name überhaupt keine Transliteration von Saraswati, sondern ein übersetzter Titel, gebildet aus den Wörtern für Beredsamkeit und Talent — dasselbe Namensmuster, das dieses Projekt bereits für Lakshmi verwendet, deren chinesischer Name ebenfalls übersetzt statt transliteriert. Die Gestalt darunter bleibt dieselbe, die Rigveda und Puranas gemeinsam beschreiben, ein Fluss, der zur Göttin der Sprache wurde; nur die Sprache ihres Namens ändert sich.

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