Darstellung von Shiva
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Hinduistische · Gott

Shiva

Asket auf dem Berg und Herr des Tanzes, der ein Zeitalter beendet — Zerstörung als Preis der Erneuerung.

Reittier
Nandi — der Stier
Symbole
Trishula (Dreizack), Mondsichel, drittes Auge, Schlange

Shiva ist die dritte der zentralen göttlichen Funktionen des Hinduismus, der Zerstörer, dessen Auflösung des Universums am Ende jedes kosmischen Zeitalters den Boden für dessen Erneuerung bereitet — Zerstörung und Schöpfung werden in der shaivitischen Theologie als ein einziger fortlaufender Akt verstanden, nicht als Gegensätze. Verehrt wird er in ganz Indien sowohl in Bildgestalt als auch, am weitesten verbreitet, im bildlosen Lingam, und die shaivitischen Traditionen, die ihn als höchstes Wesen verehren, nähern sich ihm als dem Ursprung allen Seins. Er ist der große Asket, in Meditation versunken auf dem Berg Kailasa sitzend, sein verfilztes Haar von der Mondsichel gekrönt, während die Göttin Ganga durch seine Locken herabsteigt, ein drittes Auge auf seiner Stirn, dessen Öffnung die Welt zu Asche verbrennen kann, und eine Kobra um seinen Hals geringelt. Als Nataraja tanzt er den Kosmos ins Dasein und wieder aus ihm heraus, Trommel und Flamme im Gleichgewicht seiner Hände.

Shiva geht auf den vedischen Sturmgott Rudra zurück, „den Heuler“, eine furchterregende, zugleich heilende Gottheit der Wildnis, die im Rigveda um Schutz vor Krankheit und Tod angerufen wird; der spätere puranische Shiva nimmt diese ältere Gestalt auf und wandelt sie zum sanfteren asketischen Familienvater, der Parvati heiratet und Ganesha und Kartikeya zeugt, während er zugleich Rudras schreckliche Seite als Zerstörer bewahrt.

श्रेष्ठो जातस्य रुद्र श्रियासि तवस्तमस्तवसां वज्रबाहो । पर्षि णः पारमंहसः स्वस्ति विश्वा अभीती रपसो युयोधि ॥३॥

„Der Erste unter allen Geborenen bist du an Herrlichkeit, Rudra, gerüstet mit dem Donner, der Mächtigste der Mächtigen.“ — Rigveda 2.33.3, übers. Ralph T. H. Griffith

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