Darstellung von Nut
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Ägyptische · Göttin

Nut

Der Himmel als Frau, über die Welt gebeugt — sie verschlingt die Sonne am Abend und gebiert sie im Morgengrauen.

Geschwister
Geb
Symbole
die Wassertopf-Hieroglyphe ihres Namens, ein sternenübersäter Leib, die Sykomore, die Himmelskuh

Nut wird als Frau dargestellt, die sich über die ganze Breite einer Grabdecke wölbt, die Fingerspitzen am einen Horizont, die Zehen am anderen, den Leib dunkel und mit Sternen übersät, ihren Bruder Geb unter sich hingestreckt. Die Haltung ist die Kosmologie: Himmel und Erde lagen aneinandergepresst, bis Schu, die Luft, sich zwischen ihnen aufrichtete und sie seither dort oben hält. Ihr Name wird mit einem Wassertopf geschrieben, und bisweilen erscheint sie stattdessen als gewaltige Kuh, von Schu am Bauch und an jedem Bein von einem stützenden Gott getragen.

Der Tag der Sonne ist ein Umlauf durch sie hindurch. Ra wird jeden Morgen aus ihr geboren, durchquert der Länge nach ihren Leib und wird am Abend verschluckt; die Nacht reist er in ihr und wird im Morgengrauen aufs Neue entbunden. Deshalb tragen Sargdeckel so oft ihre nach unten gewandte Gestalt: Der Tote liegt dann in derselben Haltung wie die Sonne und darf denselben Ausgang erwarten. Sie ist die Mutter von Osiris, Isis, Seth und Nephthys, geboren an den fünf zusätzlichen Tagen, die Thot dem Mond abgewann, damit sie außerhalb des Jahres gebären konnte, in dem ihr das Gebären verboten war.

„Sei gegrüßt, du Sykomore der Göttin Nut! Gewähre mir von dem Wasser und der Luft, die in dir wohnen.” — Totenbuch, Kapitel lix, übers. E. A. Wallis Budge

Auch die Lebenden erreicht sie, und zwar als Baum. Die Sykomore am Wüstenrand galt als sie selbst, und Vignetten zeigen eine Göttin, die sich aus deren Zweigen neigt, um den Toten und ihren Seelen Wasser einzugießen — Schatten, Trank und Atem, dargereicht an der Grenze zwischen dem bestellten Land und dem, was dahinter liegt. Das oben zitierte Kapitel existiert genau dafür: damit der Verstorbene sie darum bitten kann.

Gegenstücke in anderen Kulturen

Domäne Himmel →

Erwähnt in