Darstellung von Geb
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Ägyptische · Gott

Geb

Die Erde als hingestreckter Leib — und der Thron, den jeder Pharao zu erben behauptet.

Geschwister
Nut
Symbole
die Gans auf seinem Kopf, die aus seinem Leib sprießende Gerste, die Weiße Krone, das Was-Zepter

Geb ist der Boden. Die ägyptische Kunst zeichnet ihn als einen Mann, der auf dem Rücken unter dem gewölbten Leib seiner Schwester Nut liegt, mal auf einen Ellbogen gestützt, mal mit Gerste, die ihm aus den Flanken wächst — das Land als hingelagerte Gestalt und nicht als Ort. Sein Name wird mit dem Zeichen einer Gans geschrieben, dem ihm heiligen Vogel; ältere ägyptologische Werke lasen ihn Seb oder Keb, ehe sich die Lesung Geb durchsetzte.

„Als Schu seinen Platz unter der Kuh eingenommen hatte und ihren Leib trug, entstanden der Himmel oben und die Erde unten, und die vier Beine der Kuh wurden zu den vier Stützen des Himmels an den vier Himmelsrichtungen; und so kam es, dass der Gott Seb und sein weibliches Gegenstück Nut ins Dasein traten.” — E. A. Wallis Budge, Die Götter der Ägypter (1904), Bd. 2

Auf die Trennung kommt es an. In der heliopolitanischen Fassung sind Geb und Nut ineinander verschlungen, bis ihr Vater Schu, die Luft, sich dazwischenschiebt und den Himmel emporhält — und erst in dem Spalt, der sich dabei auftut, beginnt es eine Welt zu geben, in der Raum ist. Gebs Lachen, heißt es, sei das Erdbeben. Was er festhält, wiegt so schwer wie das, was er trägt: Die Toten liegen in ihm, und die Texte sprechen davon, dass die Kiefer der Erde sich über ihnen schließen — derselbe Gott also, der das Korn hergibt, hält auch das Grab verschlossen.

Politisch zählt er vor allem als Vater des Osiris. Geb gilt als einer der frühen Könige Ägyptens, und der Thron geht von ihm auf Osiris über und, nachdem Seths Usurpation rückgängig gemacht ist, auf Horus — womit der Sitz jedes lebenden Pharao kraft Erbfolge Gebs eigener ist. Die Ägypter nannten diesen Sitz das iat des Geb, und das Herrschaftsrecht eines Königs wurde genau in diesen genealogischen Begriffen begründet.

Gegenstücke in anderen Kulturen

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