Brahmas Fluch
Kumbhakarna ist ein Rakshasa von Lanka, ein Sohn des Vishrava und ein Bruder des Ravana, und im Ramayana ist er vor allem der, der schläft. Als seine Schwester Shurpanakha im Aranyakanda ihre Brüder vor Rama aufzählt, sagt sie von ihm nur, dass er schläft: प्रवृद्धनिद्रश्च सदा, immer in tiefem Schlummer. Persönlich tritt er erst im Yuddhakanda in die Geschichte ein, mitten im Krieg, an dem Tag, an dem Ravana ihn wach braucht.
Warum er schläft, wird erst erzählt, nachdem er erwacht ist, und zwar von der Gegenseite. Im einundsechzigsten Sarga sieht Rama in Lanka eine gekrönte Gestalt, groß wie ein Berg, und die Affen laufen bei ihrem Anblick davon. Er fragt Vibhishana, wer das sei. Vibhishana, ein Bruder des Riesen und des Ravana, der nun auf Ramas Seite steht, sagt es ihm: Das ist Kumbhakarna, der Sohn des Vishrava, der Yama und Indra im Kampf besiegt hat. Die anderen Rakshasa-Fürsten verdanken ihre Kraft Gaben, sagt er, und dieser sei mit der seinen geboren. Als Neugeborener, hungrig, fraß er viele tausend lebende Wesen. Die Menschen suchten Hilfe bei Indra, und Indra schlug ihn mit dem Vajra. Kumbhakarna brüllte, riss Airavata, Indras Elefanten, einen Stoßzahn aus und schlug damit Indra auf die Brust. Da gingen Indra und die Menschen zu Brahma. Brahma rief die Rakshasas zusammen, sah Kumbhakarna an und zitterte bei seinem Anblick. Er sagte ihm, er sei gewiss zum Verderben der Welten gezeugt worden, und sprach einen Fluch über ihn aus: Von diesem Tag an solle er daliegen wie ein Toter. In Griffiths Versen lautet der Satz „Du sollst von nun an sein wie die Toten”, und der Rakshasa stürzte an Ort und Stelle nieder.
Ravana war es, der den Fluch herunterhandelte. Ein goldener Baum, sagte er zu Brahma, werde nicht gefällt, gerade wenn er zu tragen beginnt, und es sei nicht recht, dass Brahma seinen eigenen Nachkommen verfluche. Brahmas Wort könne nicht falsch sein, also müsse der Schlaf bleiben, aber er möge eine Zeit zum Schlafen und eine Zeit zum Wachen festsetzen. Brahma setzte sie fest: sechs Monate Schlaf, ein Tag Wachen. Im nächsten Vers sagt er, wie dieser eine Tag sein werde. Der Held werde hungrig über die Erde ziehen, den Mund weit offen, und die Welten fressen wie ein Feuer, das groß geworden ist. Griffith gibt die Fristen wieder, „Sechs Monate soll er im Schlummer liegen”, und lässt weg, was der Tag des Wachens bringen würde. Vibhishana beschließt seine Erzählung mit einem Rat für die Affen, die schon fliehen. Sagt ihnen, spricht er, dass dort nur eine Maschine aufgestellt ist, und sie werden die Furcht verlieren. Griffiths Wort dafür ist „Eine leblose Maschine, geschickt gemacht”.
Ravanas eigene Zahlen sind andere. Im sechzigsten Sarga, als er befiehlt, seinen Bruder zu wecken, sagt er, Kumbhakarna schlafe neun Monate am Stück, oder sieben, oder zehn, oder acht, und er sei nach dem Kriegsrat erst vor neun Tagen eingeschlafen. Dieselbe Rede hat wenig Gutes über ihn zu sagen. Er schlafe glücklich und sorglos, sagt Ravana, ein Narr, der niederen Vergnügungen ergeben ist. Aber in der Schlacht sei er das Banner aller Rakshasas, und ist er erst wach, wird Ravana nicht mehr darüber trauern, von Rama besiegt worden zu sein.
Von Elefanten geweckt
Ravana ist besiegt nach Lanka zurückgekehrt. Rama hat ihn auf dem Feld geschlagen und laufen lassen, und Prahasta ist tot. Er stellt Wachen an die Tore und auf die Mauern und schickt Rakshasas aus, seinen Bruder zu wecken. Sie finden ihn in einer Höhle, die bei Griffith eine Meile in jede Richtung misst, schlafend auf einem goldenen Bett. Im Sanskrit atmet er wie eine Schlange, sein Mund ist so weit wie Patala, die Unterwelt, er riecht nach Fett und Blut, und er trägt goldene Armreifen und eine Krone, so hell wie die Sonne. Sie türmen Speisen vor ihm auf, hoch wie der Meru: Hirsch, Büffel und Wildschwein, Krüge voll Blut und Fleisch jeder Art. Sie reiben ihn mit Sandelpaste ein, verbrennen Weihrauch und preisen ihn. Dann machen sie Lärm. Sie blasen Muscheln, schlagen Trommeln, brüllen und klatschen, bis die Vögel vom Himmel fallen. Sie schlagen ihm mit Berggipfeln, Keulen und Streitkolben auf die Brust, und der Wind seines Atems lässt sie nicht vor ihm stehen. Zehntausend von ihnen umringen ihn, ganz Lanka mit seinen Hügeln und Wäldern füllt sich mit dem Getöse, und er wacht nicht auf, weil er, sagt das Gedicht, in der Gewalt des Fluchs ist. Manche ziehen ihn an den Haaren, manche beißen ihn in die Ohren. Andere gießen hunderte Krüge Wasser in seine Ohren, und Kumbhakarna rührt sich nicht. Sein Name besteht aus zwei Wörtern, कुम्भ, ein Krug oder Topf, und कर्ण, ein Ohr, und der Vers bringt beide in die Szene, bevor er ihn nennt. Griffiths Zeile, „Sie übergossen ihn mit hundert Eimern”, behält das Wasser und verliert den Krug. Schließlich lassen sie Elefanten über ihn laufen.
वारणानां सहस्रं च शरीरेऽस्य प्रधावितम्। कुम्भकर्णस्तदा बुद्ध्वा स्पर्शं परमबुध्यत॥ ५५॥ स पात्यमानैर्गिरिशृङ्गवृक्षै- रचिन्तयंस्तान् विपुलान् प्रहारान्। निद्राक्षयात् क्षुद्भयपीडितश्च विजृम्भमाणः सहसोत्पपात॥ ५६॥ स नागभोगाचलशृङ्गकल्पौ विक्षिप्य बाहू जितवज्रसारौ। विवृत्य वक्त्रं वडवामुखाभं निशाचरोऽसौ विकृतं जजृम्भे॥ ५७॥ तस्य जाजृम्भमाणस्य वक्त्रं पातालसंनिभम्। ददृशे मेरुशृङ्गाग्रे दिवाकर इवोदितः॥ ५८॥ स जृम्भमाणोऽतिबलः प्रबुद्धस्तु निशाचरः। निःश्वासश्चास्य संजज्ञे पर्वतादिव मारुतः॥ ५९॥ रूपमुत्तिष्ठतस्तस्य कुम्भकर्णस्य तद् बभौ। युगान्ते सर्वभूतानि कालस्येव दिधक्षतः॥ ६०॥ तस्य दीप्ताग्निसदृशे विद्युत्सदृशवर्चसी। ददृशाते महानेत्रे दीप्ताविव महाग्रहौ॥ ६१॥ ततस्त्वदर्शयन् सर्वान् भक्ष्यांश्च विविधान् बहून्। वराहान् महिषांश्चैव बभक्ष स महाबलः॥ ६२॥ आदद् बुभुक्षितो मांसं शोणितं तृषितोऽपिबत्। मेदःकुम्भांश्च मद्यांश्च पपौ शक्ररिपुस्तदा
„Und Elefanten mit schwerem Tritt stampften auf seine Glieder, seine Brust und seinen Kopf. Die ungewohnte Last brach seinen Schlummer: Er fuhr auf, schüttelte die Seiten und erwachte; und, achtlos der Wunden und Schläge, erhob er sich gähnend vor Durst und Hunger. Sein Rachen, wie die Hölle, klaffte wild und weit, furchtbar wie die Flamme unter der Flut des Ozeans. Rot wie die Sonne auf dem Gipfel des Meru zeigte das Gesicht des Riesen seinen Zorn, und jeder glühende Atemzug, den er tat, war wie der Sturm, der durch die Bergzedern fährt. Er hob sein schreckliches Haupt mit Augen, die wie Kometen loderten, furchtbar wie der Tod in seiner Gestalt, der die Welten mit Feuer und Sturm bedroht. Die Riesen wiesen auf ihre Vorräte an Büffeln, Hirschen und Wildschweinen, und sogleich stopfte er sich voll mit einer Flut von Wein, mit Mark, Fleisch und Blut.” — Valmiki, Ramayana 6.60.55–63; engl. Übers. Griffith
Die tausend Elefanten tun, was die Trommeln und die Keulen nicht vermochten, und selbst dann ist das Erste, was er merkt, eine Berührung: स्पर्शं परमबुध्यत, er wurde der Berührung gewahr. Dann sieht das Gedicht ihm beim Gähnen zu, und es braucht dafür vier Verse. विजृम्भमाणः, gähnend, springt er auf, vom Hunger bedrängt, als sein Schlaf zu Ende geht. Er schleudert Arme von sich, wie die Windungen von Schlangen und die Gipfel von Bergen, und, विवृत्य वक्त्रं वडवामुखाभं, er öffnet einen Mund wie das Stutenkopffeuer, das unter dem Meer brennt. Der nächste Vers blickt in denselben Mund und nennt ihn पातालसंनिभम्, Patala gleich, und der Vers danach gibt ihm einen Atem wie einen Wind vom Berg. Griffith macht aus dem Gähnen ein einziges Wort und aus dem Mund ein einziges Reimpaar, behält aber beide Bilder bei: die Hölle für Patala und die Flamme unter dem Ozean für das Stutenkopffeuer.
Dann steht er auf, und das Gedicht vergleicht ihn nicht mit einem Riesen, sondern mit der Zeit. रूपमुत्तिष्ठतस्तस्य कुम्भकर्णस्य तद् बभौ: die Gestalt des Kumbhakarna, als er sich erhob, strahlte wie die des Kala, der Zeit, am Ende eines Zeitalters, wenn er alle Lebewesen verbrennen will. Dann isst er. वराहान् महिषांश्चैव, Wildschweine und Büffel; hungrig nimmt er das Fleisch, und durstig trinkt er das Blut, मांसं शोणितं. Die letzte Zeile der Stelle gibt ihm noch einmal Krüge, मेदःकुम्भांश्च मद्यांश्च, Krüge voll Fett und Krüge voll Wein, und ihre letzten Worte geben ihm einen Namen: पपौ शक्ररिपुस्तदा, da trank der Feind des Shakra. Shakra ist Indra, dessen Elefanten er als Kind den Stoßzahn ausriss.
Seine ersten Worte sind in Griffiths Fassung eine Klage: „Wie habt ihr gewagt, meinen Schlaf zu brechen?” Im Sanskrit fügt er hinzu, was er gegen die Gefahr tun wird, was immer sie ist: Er werde Indra zerreißen oder das Feuer löschen. Yupaksha, einer von Ravanas Ministern, sagt ihm, die Gefahr komme gar nicht von den Göttern. Sie komme von einem Menschen. Rama steht mit einem Affenheer vor den Mauern, ein einzelner Affe hat die Stadt bereits niedergebrannt, und Ravana ist in der Schlacht besiegt und lebend fortgeschickt worden. Kumbhakarna antwortet, er werde die Affen besiegen, zuerst Lakshmana und Rama, und danach Ravana sehen. Er werde die Rakshasas mit dem Fleisch und Blut der Affen speisen und das Blut Ramas und Lakshmanas selbst trinken.
Die Warnung und der Krieg
Er geht durch Lanka zum Palast, und die Menschen werfen aus ihren Häusern Blumen auf ihn. Er verneigt sich vor den Füßen seines Bruders und fragt, was geschehen ist. Ravana sagt ihm, dies sei eine schöne Zeit zum Schlafen: Rama habe das Meer überquert, und die tapfersten der Rakshasas seien tot. Er müsse hinausgehen und Lanka retten. Kumbhakarna lacht. In Griffiths dreiundsechzigstem Canto ist seine Antwort ein Vorwurf. „Wir warnten dich, doch du wolltest nicht hören”, sagt er. Er selbst und die Edlen im Rat hätten Ravana gesagt, was seine Tat nach sich ziehen werde, und nun sei es gekommen. Er solle endlich den Rat annehmen, den Vibhishana gab, und Sita ihrem Gatten zurückgeben. Ravana wird zornig. Ein jüngerer Bruder, sagt er, habe einem älteren keine Vorträge zu halten, dies sei nicht die Zeit, über Geschehenes zu streiten, und wenn er gefehlt habe, solle Kumbhakarna es wiedergutmachen. Kumbhakarna lässt den Streit sofort fallen. Leg Kummer und Zorn ab, sagt er. Heute werde Ravana die Affen fliehen und Rama und seinen Bruder tot sehen, und er würde gegen Yama, Varuna, Indra und Agni zusammen kämpfen, um es so zu machen.
Einer von Ravanas Ratgebern, Mahodara, verspottet die Prahlerei und bietet stattdessen eine List an. Kumbhakarna und vier andere sollen gemeinsam hinausziehen, und wenn sie Rama nicht töten können, sollen sie verwundet zurückkehren und verkünden, sie hätten Rama und Lakshmana gefressen, damit Sita, ohne Hoffnung, dem König nachgebe. Kumbhakarna verachtet ihn, und Ravana lacht und schickt seinen Bruder in den Kampf. Er hängt ihm seine eigene juwelenbesetzte Kette um den Hals. Kumbhakarna nimmt einen Speer aus schwarzem Eisen, gefleckt vom Blut alter Schlachten, und zieht aus, in Armreifen und Ohrgehängen und einem goldbesetzten Panzerhemd.
Die Affen fliehen vor ihm, und Angada, der Sohn des Valin, beschämt sie, bis sie wieder in der Reihe stehen. Felsen und Bäume zerbrechen an seinem Körper, und er scheint sie nicht zu spüren. Er wirbelt seine Keule und tötet Tausende. Er sammelt Affen in seinen Armen und frisst sie, und manche kommen durch seine Nüstern und seine Ohren wieder heraus. Hanuman fängt den Speer, den er wirft, und bricht ihn über dem Knie entzwei. Mit einem Berggipfel schlägt er Sugriva bewusstlos und trägt ihn nach Lanka hinein, unter demselben Blumenregen, der ihn auf dem Weg zum Palast begrüßt hat. Dann kommt Sugriva zu sich. Im Sanskrit reißt der König der Affen Kumbhakarna mit seinen Nägeln die Ohren ab und beißt ihm die Nase ab, zerfetzt ihm mit den Füßen die Seiten und springt in den Himmel und zurück zu Rama. Griffith sagt nur, er „biss und riss dem Riesen die Seite auf”. Das nächste Bild, das das Gedicht von Kumbhakarna gibt, ist das eines Riesen ohne Ohren und Nase, der von Blut überströmt läuft wie ein Berg von Bächen. Seine Schwester Shurpanakha verlor im Wald durch Lakshmanas Schwert Nase und Ohren, und ihr Bruder geht mit derselben Wunde in seinen letzten Kampf. Er geht wieder durch das Tor hinaus und tötet alles, was ihm vor die Füße kommt, Affe oder Rakshasa.
Lakshmana tritt ihm entgegen und verwundet ihn mit Pfeilen durch die Rüstung. Bei Griffith lobt Kumbhakarna ihn dafür, „Gut gekämpft, gut gekämpft”, und geht dann an ihm vorbei: Es ist Rama, den er töten will. Lakshmana lacht und weist ihm den Weg dorthin, wo Rama steht.
Der Fall
Rama spannt seinen Bogen, und dessen Klang führt Kumbhakarna geradewegs zu ihm. Rama ruft ihn heran und nennt sich den Vernichter des Rakshasa-Geschlechts. Kumbhakarna lacht, und seine Prahlerei im Sanskrit ist eine Liste der Feinde, die Rama schon getötet hat. Ich bin nicht Viradha, sagt er, nicht Kabandha und nicht Khara, nicht Valin und nicht Maricha: Kumbhakarna ist gekommen. Er zeigt seine Keule, ganz aus schwarzem Eisen, mit der er einst die Götter und die Dämonen besiegte. Dann nennt er selbst seine Wunde. Rama solle ihn nicht gering schätzen, weil er keine Ohren und keine Nase habe, denn der Verlust bereite ihm nicht den geringsten Schmerz. Griffiths Riese nennt nur Khara und Viradha und sagt nichts von seinen Ohren.
Die Pfeile, die einst durch die Sala-Bäume schnitten und Valin töteten, schaden ihm nicht. Er trinkt sie mit seinem Körper, sagt das Sanskrit, wie Wasserströme. Rama benutzt die Waffe des Vayu, des Windes, und trennt den Arm ab, der die Keule hält, und der Arm, groß wie ein Berggipfel, fällt auf das Affenheer und zerschmettert die Krieger unter sich. Kumbhakarna reißt mit der anderen Hand einen Baum aus und kommt weiter, und ein Pfeil, der mit Indras Waffe geladen ist, trennt auch diesen Arm ab.
तं छिन्नबाहुं समवेक्ष्य रामः समापतन्तं सहसा नदन्तम्। द्वावर्धचन्द्रौ निशितौ प्रगृह्य चिच्छेद पादौ युधि राक्षसस्य॥ १६१॥ तौ तस्य पादौ प्रदिशो दिशश्च गिरेर्गुहाश्चैव महार्णवं च। लङ्कां च सेनां कपिराक्षसानां विनादयन्तौ विनिपेततुश्च॥ १६२॥ निकृत्तबाहुर्विनिकृत्तपादो विदार्य वक्त्रं वडवामुखाभम्। दुद्राव रामं सहसाभिगर्जन् राहुर्यथा चन्द्रमिवान्तरिक्षे॥ १६३॥ अपूरयत् तस्य मुखं शिताग्रै रामः शरैर्हेमपिनद्धपुङ्खैः। सम्पूर्णवक्त्रो न शशाक वक्तुं चुकूज कृच्छ्रेण मुमूर्च्छ चापि॥ १६४॥ अथाददे सूर्यमरीचिकल्पं स ब्रह्मदण्डान्तककालकल्पम्। अरिष्टमैन्द्रं निशितं सुपुङ्खं रामः शरं मारुततुल्यवेगम्॥ १६५॥ तं वज्रजाम्बूनदचारुपुङ्खं प्रदीप्तसूर्यज्वलनप्रकाशम्। महेन्द्रवज्राशनितुल्यवेगं रामः प्रचिक्षेप निशाचराय॥ १६६॥ स सायको राघवबाहुचोदितो दिशःस्वभासा दश सम्प्रकाशयन्। विधूमवैश्वानरभीमदर्शनो जगाम शक्राशनिभीमविक्रमः॥ १६७॥ स तन्महापर्वतकूटसंनिभं सुवृत्तदंष्ट्रं चलचारुकुण्डलम्। चकर्त रक्षोऽधिपतेः शिरस्तदा यथैव वृत्रस्य पुरा पुरंदरः॥ १६८॥ कुम्भकर्णशिरो भाति कुण्डलालंकृतं महत्। आदित्येऽभ्युदिते रात्रौ मध्यस्थ इव चन्द्रमाः॥ १६९॥ तद् रामबाणाभिहतं पपात रक्षःशिरः पर्वतसंनिकाशम्। बभञ्ज चर्यागृहगोपुराणि प्राकारमुच्चं तमपातयच्च॥ १७०॥ तच्चातिकायं हिमवत् प्रकाशं रक्षस्तदा तोयनिधौ पपात। ग्राहान् परान् मीनवरान् भुजंगमान् ममर्द भूमिं च तथा विवेश
„Da schnellten vom Bogen des Rama zwei Pfeile, jeder mit halbmondförmiger Spitze; und, beflügelt von einer Kraft, die nichts aufhalten konnte, schnitten sie dem Riesen die Beine ab. Sie fielen, und furchtbar war der Klang, als diese gewaltigen Säulen die Erde erschütterten; und Himmel und Meer und Hügel und Höhle gaben ihr Echo brüllend zur Antwort. Dann zog der Held von seiner Seite einen Wurfspeer, der wie der Sturm flog — kein tödlicheres Geschoss ist je geflogen als das, das Indra sein eigen nannte — und auch der panzergeschützte Hals des Riesen konnte die Wut des Geschosses nicht hemmen. Durch Haut und Fleisch und Knochen schlug es und riss Haupt und Kehle entzwei. Mit Donnergetöse rollte das Haupt, geschmückt mit Ringen aus Gold, und zerschmetterte im Fallen ein Tor, einen Turm, eine mächtige Mauer. Ins Meer geschleudert fiel der Körper: Furchtbar war die Woge des Ozeans, und weder flinke Flosse noch hurtiger Sprung konnte die zerquetschten Geschöpfe der Tiefe retten.” — Valmiki, Ramayana 6.67.161–171; engl. Übers. Griffith
Zwei Pfeile mit halbmondförmiger Spitze, द्वावर्धचन्द्रौ, nehmen ihm die Füße, und als die Beine fallen, lassen sie die Himmelsrichtungen, die Berghöhlen, den Ozean, Lanka und beide Heere widerhallen. Dann folgen zwei Verse, die Griffith nicht übersetzt. Ohne Arme und ohne Beine reißt Kumbhakarna seinen Mund auf, वडवामुखाभम्, wie das Stutenkopffeuer, dasselbe Gleichnis, das das Gedicht für das Gähnen beim Erwachen gebraucht hat, und stürmt brüllend auf Rama los, wie Rahu auf den Mond. Rama füllt den Mund mit Pfeilen. Mit vollem Mund kann Kumbhakarna nicht sprechen; er stöhnt vor Anstrengung und wird ohnmächtig. Der Mund, der sich für das Gähnen und für die Krüge voll Fett und Wein geöffnet hat, ist mit Pfeilen verschlossen.
Der letzte Pfeil ist der des Indra, glänzend wie die Strahlen der Sonne, und er erleuchtet im Flug die zehn Himmelsrichtungen. Er trennt den Kopf ab, und der Vers stellt die Tötung neben eine ältere: यथैव वृत्रस्य पुरा पुरंदरः, wie Purandara, das heißt Indra, einst dem Vritra den Kopf abschlug. Der Rakshasa, der dem Elefanten des Indra einen Stoßzahn ausriss, stirbt durch Indras Waffe, auf die Weise, wie Indras alter Feind starb. Auch den Vers danach lässt Griffith aus, in dem das große Haupt, mit Ohrringen geschmückt, कुण्डलालंकृतं, leuchtet wie der Mond, der zur Stunde des Sonnenaufgangs mitten am Himmel steht. Das Gedicht hängt dem Kopf hier und im Vers davor Ohrringe an, obwohl Sugriva die Ohren abgerissen hat; bei dem Unterschied hält es nicht inne.
Der Kopf fällt wie ein Berg. Er zertrümmert die Häuser entlang der Straßen und die Torbauten und wirft die hohe Mauer nieder. Der Körper, so groß und so hell wie ein Schneeberg, fällt ins Meer, zerquetscht darin die Krokodile, die großen Fische und die Schlangen und versinkt in der Erde darunter. Die Erde und die Berge beben, und die Götter jubeln.
Die Nachricht wird Ravana in seiner Halle gebracht, und er fällt in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kommt, gibt Griffiths achtundsechzigster Canto ihm eine Klage um seinen Bruder als um seinen eigenen rechten Arm: „Mein besserer Arm ist abgehauen.” Am Ende gibt er sich selbst die Schuld, Vibhishana vertrieben und seinen Rat verweigert zu haben. Es war der Rat, den Kumbhakarna ihm in der Stunde seines Erwachens zu befolgen sagte, bevor er hinausging und für ihn starb.